Wähle drei unterschiedliche Erinnerungen
Nimm ein Buch, das dir sehr gefallen hat, eines mit gemischtem Eindruck und eines, das nicht zu dir passte. Wenn du ein Buch abgebrochen hast, kannst du es verwenden; kennzeichne dann, dass dein Eindruck nur den gelesenen Teil betrifft.
Die Auswahl muss nicht repräsentativ für dein ganzes Leseleben sein. Sie liefert eine erste Gesprächsgrundlage. Drei Bücher aus derselben Reihe zeigen allerdings eher deine Reaktion auf diese Reihe als deine gesamte Bandbreite.
Fülle vier kleine Felder
| Frage | Was du notierst |
|---|---|
| Was zog mich weiter? | Etwa eine offene Frage, eine Beziehung oder die Erzählstimme |
| Wo verlor ich Interesse? | Ein konkreter Abschnittstyp statt nur langweilig |
| Wie nah wollte ich an den Figuren sein? | Gedanken, Gefühle oder lieber beobachtbare Handlungen |
| Wie war meine Lesesituation? | Kurze Pausen, lange Abende, Hörfassung unterwegs |
Bibliothekarische Leseberatung betrachtet solche Anziehungspunkte über das Genre hinaus: Ton, Tempo, Figuren und Sprache können hilfreicher sein als ein einzelnes Regalwort. Deine Antworten sollen aber keine feste Schublade erzeugen.
Aus drei Notizen einen Wunsch bilden
Vielleicht ergibt sich: Ich möchte eine überschaubare Ermittlergruppe, deren Beziehungen wichtig sind, aber keine häufigen Perspektivwechsel. Das ist schon wesentlich konkreter als Ich suche einen guten Krimi. Ein anderer möglicher Satz lautet: Ich mag düstere Stimmung, solange die Gewalt nicht ausführlich beschrieben wird.
Verwende nur Eigenschaften, die du aus deinen Beispielen tatsächlich begründen kannst. Wenn du nicht weißt, ob die Erzählperspektive entscheidend war, lass diesen Punkt zunächst offen.
Jetzt die Gegenprobe
Suche zu einer vermeintlich festen Regel eine Ausnahme. Mochtest du wirklich keine langsamen Bücher – oder störten dich in einem bestimmten Roman andere Dinge? Gab es eine lange Geschichte, die dich durch ihre Figuren trotzdem getragen hat? Eine solche Ausnahme macht dein Profil genauer.
Formuliere lieber häufig gern als immer. Geschmack kann sich mit Thema, Stimmung und Lebenssituation verändern. Auch eine Hörstimme kann einen Eindruck beeinflussen, den du sonst vorschnell dem Roman allein zuschreibst.
So nutzt du die Karte beim nächsten Buch
- Nenne einer beratenden Person zwei bekannte Beispiele und ihre konkreten Gründe.
- Wähle einen Hauptwunsch, der diesmal besonders wichtig ist.
- Prüfe diesen Wunsch in einer passenden Lese- oder Hörprobe.
- Vergleiche nach dem Lesen Erwartung und tatsächlichen Eindruck.
Du brauchst weder eine Punktzahl noch eine automatisierte Persönlichkeitseinstufung. Ein kurzer, überprüfbarer Wunsch hilft bereits, Empfehlungen zu verbessern. Wenn der nächste Versuch nicht passt, ändere gezielt eine Annahme, statt deinen gesamten Buchgeschmack neu festlegen zu müssen.